Geschwindigkeit, Steckbrief und Bilder
Gepard

Gepard im Gras

Der Gepard ist der Hund unter den Katzen. Sein Köperbau mit den schlanken, langen Beinen und dem kleinen Kopf, gleicht eher dem eines Windhundes als einer Großkatze. Aber genau das macht den Geparden zum schnellsten Landtier der Welt. In 4 Sekunden kann ein Gepard von 0 auf 100 km/h beschleunigen und erreicht damit Porsche-Niveau. Allerdings ist er kein Langestecken-Athlet – schon nach wenigen hundert Metern geht ihm die Puste aus.

Das Verhältnis zwischen Mensch und Gepard hat eine lange Geschichte. Bereits vor tausenden von Jahren haben Menschen Geparden als Jagdbegleiter genutzt. Durch sein relativ kleines Maul und seine nicht zurückziehbaren Krallen (die dadurch wesentlich stumpfer sind als bei anderen Katzen), kann er dem Menschen nicht annähernd so gefährlich werden wie andere Großkatzen. Besonders niedlich sind Gepardenbabys mit ihren langen, grauen Rückenhaaren. Leider sterben 95 Prozent von ihnen, bevor sie das erste Lebensjahr vollendet haben.

Fakten über Geparden

Geschwindigkeit

Der Gepard ist eine Raubkatze und das schnellste Landtier der Welt. Geparden können bis zu 112 km/h schnell werden. Sie sind allerdings Sprinter, die schnell erschöpfen. Nach einer Verfolgungsjagd über 3 Minuten braucht der Gepard eine Erholungszeit von mindestens einer Viertelstunde.

Zum Vergleich: Der Weltbeste Springer (Usain Bolt) braucht etwa 9,5 Sekunden für einen Spring über 100 Meter. Ein Gepard schafft das in rund 6 Sekunden.

Der Gepard ist durch und durch auf Geschwindigkeit konstruiert. Seine flexible Wirbelsäule verhilft ihm zu einer Schrittlänge von bis zu 7 Metern. Seine Nasenhöhlen, Lungen und Bronchien sind vergrößert, um einen höheren Luftdurchsatz und damit eine höhere Sauerstoffaufnahme in das Blut zu ermöglichen. Sein schlanker Körperbau und sein geringes Gewicht tragen ebenfalls zu seiner Agilität bei.

Körpergröße

150 cm + 70 cm Schwanz

Gewicht

ca. 60 Kilogramm

Verbreitungsgebiet

Der Gepard ist vor allem in Afrika zu finden. Aber auch in Vorderasien, auf der indischen Halbinsel und in Teilen Zentralasien ist er verbreitet.

Population

Es leben weltweit etwa 12.500 Geparde in freier Wildbahn. Davon entfallen etwa 8.000 Tiere allein auf Afrika. Der Gepard gehört zu den bedrohten Arten.

Verwandtschaft

Der Gepard ist mit dem amerikanischen Puma verwandt.

Fellzeichnung

Die Fell-Fleckung des Geparden ist der des Leoparden sehr ähnlich. Am Bauch ist das Grundfell heller und am Kopf dunkler. Geparden haben dunkle Streifen, die von den Augen bis zu den Mundwinkeln verlaufen. Man nennt diese Streifen auch „Tänenstreifen“, weil sie etwa dem Fluss der Tränen entsprechen.

Körperbau

Der Körperbau des Geparden unterscheidet sich stark von anderen Raubkatzen und ähnelt mit seinen langen Beinen, dem schlanken Körper und dem kleinen Kopf eher dem eines Windhundes.

Krallen

Der Gepard kann seine Krallen nicht vollständig einziehen. Durch den fehlenden Schutz sind sie stumpf.

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Aktivität

Geparden sind tagaktive Tiere und jagen auch tagsüber.

Rudel

Geparden sind geselliger als andere Raubkatzen. Die männlichen Tiere formen oft kleine Gruppen von zwei bis drei Tieren. Die Weibchen leben außerhalb der Aufzuchtszeit allein.

Geschlechtsreife

im Alter von 3 Jahren

Tragzeit

95 Tage

Nachwuchs

Geparden bekommen 1-5 Junge. Viele Junge fallen den Feinden der Geparden – vor allem größeren Raubkatzen – zum Opfer. Ein Neugeborenes wiegt etwa 250 Gramm. Im Alter von 4 Monaten beginnen sie, die Künste der Jagd von ihrer Mutter zu erlernen.

Lebenserwartung

ca. 15 Jahre

Beute

Gazellen, Impalas, Hasen, Kaninchen, Vögel, kleinere Huftiere

Erziehung

Geparden können dressiert und für die Jagd abgerichtet werden.

Jagd

Geparden wurden in der Vergangenheit oft wegen ihres Fells getötet. Noch heute werden Geparden leider gejagt, wenn sie in Gebieten kommerzieller Landwirtschaft das Nutzvieh gefährden.

Knochen

Die Knochen sind hohl.

Gefährdung

Geparden gelten als vom Aussterben bedroht. Der Bestand nimmt kontinuierlich ab. Die Verdrängung durch den Menschen spielt die größte Rolle bei der Gefährdung der Art.

Wissenschaftlicher Name

Der wissenschaftliche Name des Geparden lautet „Acinonyx jubatus“.

Englisch

Die englische Bezeichnung des Geparden lautet „Cheetah“ oder „Hunting Leopard“.

Namensherkunft

Der Name „Gepard“ kommt aus dem Französischen und steht für „kleiner Leopard“. Vermutlich deshalb, weil die Fellzeichnung der des Leoparden sehr ähnlich sieht. Erste Erwähnungen des Namens lassen sich auf das 18. Jahrhundert zurückdatieren.

Synonym

Früher wurde der Gepard auch als „Jagdleopard“ bezeichnet.

Bewegung

Geparden sind Zehengänger. Dadurch ist es ihnen möglich, sich besonders bedacht und leise an ihre Beute anzuschleichen.

Jäger

Geparden sind sehr erfolgreiche Jäger. Ist die Beute einmal anvisiert, stehen ihre Chancen schlecht. Bis zur Hälfte aller Beutetiere werden erfolgreich erlegt.

Ausdauer

Der Gepard ist kein besonders ausdauernder Jäger. Mehr als 3 Minuten verfolgt er seine Beute in der Regel nicht. Danach braucht er mindestens eine Viertelstunde, bis er sich von der Anstrengung erholt hat. Vorher beginnt er auch nicht mit dem Verzehr der Beute.

Revier

Ein klassisches Revier – wie bspw. unsere Hauskatzen – hat ein Gepard nicht. Er durchstreift große Gebiete von bis zu 1.500 Quadratkilometern.

Feinde

Während junge Geparden häufig anderen Raubkatzen zum Opfer fallen, hat ein ausgewachsenes Tier – aufgrund seiner Schnelligkeit – keine natürlichen Feinde.

Domestizierung

Bereits seit mehr als 7.000 Jahren sucht der Mensch Kontakt zu den faszinierenden Raubtieren. Geparden wurden im Laufe der Geschichte immer wieder als Haustiere gehalten und für die Jagd abgerichtet. Auch heute werden noch vereinzelt Geparden eingesetzt, um bspw. Flughäfen vor Kleinwild zu sichern.

Sprache

Die Sprache der Geparden ist katzentypisch. Um Abwehr und Aggressivität zu signalisieren, fauchen Geparden. In Wohlfühlsituationen wird ausgiebig geschnurrt und in der Kommunikation mit den Kleinen kommt das Miauen zum Einsatz.

Tageszeit

Geparden sind im Gegensatz zu viele anderen Raubkatzen Tagjäger, die ihre Beute bei Tageslicht verfolgen.

Nahrungskonkurrenz

Geparden konkurrieren mit anderen Raubkatzen um Nahrung. Häufig nutzen kräftigere Raubtiere das Jagdtalent des Geparden. Löwen, Geparden und Hyänen machen den Jagderfolg häufig zunichte, in dem sie dem Geparden seine Beute streitig machen. Geparden gehen Auseinandersetzungen mit diesen Raubtieren meist aus dem Weg, um nicht zu unterliegen.

Wie jagen Geparden?

Die Jagdtaktik der Geparden unterscheidet sich von der der anderen Raubkatzen. Unter anderem deshalb hat man sie auch lange Zeit für eine eigene Unterart gehalten.

Die anderen Raubkatzen sind sogenannte Schleichjäger. Sie schleichen sich an ihre Beute an und erlegen sie im Sprung – maximal mit einem kurzen Sprint.

Geparden nähern sich ihrer Beute zwar auch vorsichtig, um nicht entdeckt zu werden. Aber bereits im größeren Abstand (etwa 20-100 Meter) starten sie ein Laufduell mit dem Beutetier. Aufgrund ihrer überragenden Physis gewinnen sie das sehr häufig. Innerhalb von nur 3 Sekunden erreichen Geparden eine Geschwindigkeit von 90 Kilometern in der Stunde.

Aber auch die Geparden sind keine Ausdauerläufer. Gelingt es ihnen nicht, das Beutetier innerhalb von ein paar hundert Metern zu erreichen, brechen sie die Verfolgung ab und geben auf. Wird die Beute erreicht, reißt der Gepard sie zunächst mit einem Krallenhieb nieder und tötet mit einem Biss in die Kehle.

Schrittlänge

Die Schrittlänge des Geparden beträgt bis zu 7 Meter. Diesen enormen Wert verdankt die Raubkatze ihrer hochflexiblen Wirbelsäule.

Gepard Bilder

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« Wolf


Foto: Gepard im Gras (Foto: magdanatka | Thinkstock)